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Koch.Campus bei Erich und Priska Stekovics

Koch.Campus2022

Über die Notwendigkeit des Koch.Campus

Was bewegt 58 Persönlichkeiten aus Spitzenküche, Weingarten und Landwirtschaft dazu, sich zu einem gemeinnützigen Verein zusammenzuschließen, um das „Gesamtkunstwerk“ österreichische Küche gemeinsam weiter zu entwickeln, sich zu vernetzen und sich immer wieder zum themenspezifischen Koch.Campus zu treffen?

„Ein Campus ist seit jeher ein Symbol für Offenheit, Zusammenarbeit und Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten. Der Koch.Campus versteht sich als Initiative, die den Begriff der »österreichischen Küche« durch gemeinsame Arbeit von Köchen, Köchinnen und hochqualitativen Produzenten weiter entwickelt.“

Koch.Campus

Erich und Priska Stekovics Zwiebel Shooting, am 05.10.2017 | (c) Johannes Brunnbauer

So geschehen vor kurzem im Domizil von Erich und Priska Stekovics, wo sich Mitglieder, Presse und Freunde des Koch.Campus zu einem gemüsigen Stelldichein trafen, um so den Geheimnissen der unzähligen Paradeisersorten (Tomaten aller Art) und den Finessen diverser Zwiebel auf die Schliche zu kommen. Es wurde verkostet, bewertet, gekocht, gelacht und interessanten Vorträgen gelauscht.

Die Paradeiserverkostung

Gleich 21 Paradeissorten warteten auf die Fachexpert:innen aus Gastronomie, Landwirtschaft, Medien und Marketing. Ein wichtiges Lehrziel wurde mit großer Sorgfalt bei diesem Koch.Campus verfolgt. Es ging darum, eine gemeinsame Sprache zu finden. Jede einzelne Sorte mit den Attributen zu ehren, die sie verdient hat. Denn Gaumen, Nase und Zunge kann man schulen und der Koch.Campus trägt wesentlich in der Erforschung dieser Eigenschaften bei. Wenn man Worte hat, werden die Unterschiede und Feinheiten klarer, die Beschreibung einfacher und was tut man nicht alles für unser Lieblingsgemüse?

Europa hat sich in den letzten 20 Jahren von 4 Tomatensorten, (…) ernährt. Wir haben heute am Verkostungstisch 21 Sorten in unterschiedlichen Farben mit unterschiedlichen Nuancen und unterschiedlichen Geschmäckern und ich denke es muss wieder gelernt werden, von dem was wir jetzt seit 40 Jahren als normal empfunden haben, zu einer Qualität, zu Geschmacksnuancen und auch zu Sortenvielfalt und auch der Wertigkeit von guten Lebensmittel, zu kommen.“

Priska Stekovics

Die Zwiebelverkostung

Nicht nur Tomaten sind Erich und Priskas Steckenpferde. Nein, auch die Zwiebel hat es ihnen angetan. Die Verkoster:innen kamen hier sicherlich an die Grenzen ihrer peristaltischen (verdaulichen) Fähigkeiten. Die Zwiebeln wurde roh und gebraten verkostet und penibelst bewertet. Klingende Namen wie Bamberger Birnchen, Valencia, Tropea oder Cuisse de Poulet, das man auf Mundart wohl mit Hendlhaxn übersetzen kann, reihen sich im Reigen der Zwiebelsorten ein. Duft, Bissfestigkeit, Frische, Süße, Schärfe und Abgang waren nur einige Bewertungskriterien, die auf den Vekostungsblöcken Platz fanden.

Neben Verkostungen und Vorträgen gab es auch einen kleinen, aber feinen Marktplatz, wo es sich einige namhafte burgenländische Produzent:innen nicht nehmen ließen, ihre Kreationen von Kirsche, Marille, Tofu, Karpfen, Mangalitza, Honig, exotischem Wasabi und einer ganzen Palette an Edelbränden zu präsentieren.

Der Höhepunkt des Koch.Campus

Der Abschluss dieses Tages war ein lang erwarteter und nicht minder genussvoller Höhepunkt. Die Spitzenköche verwandelten das Haus und den wunderschönen Garten der Stekovics‘ zum mondänen Schauplatz einer lukullischen Meisterleistung – bei jedem Gang das richtige Zwiebelchen und die perfekte Tomate in Szene gesetzt, garniert mit den Stars der regionalen Küche, wie Karpfen, Mangalitza und Co. Paul Ivic vom Tian in Wien, Jürgen Csencsits, unser Lokalmatador aus dem Südburgenland und Uwe Machreich vom Triad aus Krumbach schwangen gemeinsam die Kochlöffel und heizten die Griller an. Dem Abschluss geschuldet, wurde noch eine ganz besondere Kreation vorgestellt: Zwiebel-Portweineis mit Lavendel, Olivenöl und Zwetschken.

Betreut wurden die Gäste vom Pannoneum unter der Leitung von Fachvorstand Herbert Krammer und das Service war so exzellent, dass das jüngste Mitglied vom Koch.Campus – Alain Weissgerber vom Taubenkobel – Trinkgeld für die Mitarbeiter:innen einsammelte – nicht im Hut, sondern wie es sich für einen Koch gehört – in einer Schüssel.

Kreationen mit Paradeiser und Zwiebel

Fotos: Genuss Burgenland und Felix Watzek